Wir über uns

BV_Maibaum

 

Schon vor der offiziellen Vereinsgründung waren die Langenerlinger Burschen recht aktiv gewesen. Bereits in den Jahren 1904 und 1905 organisierten sie einen großen Faschingszug mit Faschingshochzeit.

Im Jahr darauf gründeten sie dann den „Burschenverein Weiß-Blau Langenerling“. Der Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, alljährlich an Weihnachten eine Christbaumfeier zu veranstalten und „je nach vorhandenem Vermögen zwei bis vier arme Kinder von Langenerlinger Eltern zu bekleiden“. Noch im selben Jahr, am 29. Juni 1906, konnte Kooperator Groll die bereits vereinsmäßig organisierten Burschen als „Katholischer Burschenverein Langenerling“ an die Ortspolizeibehörde melden.

Nach den Statuten war der Vereinszweck

1. Glaube und Sitte
2. Berufstüchtigkeit und Heimatliebe
3. Frohsinn und Scherz

unter der männlichen Jugend auf dem Lande zu erhalten und zu fördern.

Bereits 1908 wurde eine Fahne angeschafft und eine feierliche Fahnenweihe abgehalten.

Neben regelmäßigen Versammlungen mit Vorträgen, die der Präses mit dem Gruß „Gott segne den Verein“ eröffnete und worauf die Mitglieder antworteten: „Gott segne ihn“, wurden Singstunden abgehalten und Lieder aus dem Burschenliederbuch gelernt. Außerdem beteiligte
sich der Verein an den kirchlichen Festen Fronleichnam und Patrozinium jeweils mit der Fahne.

Die geistliche Führung des Vereins hatte der jeweilige Kooperator von Langenerling. Wie die Aufzeichnungen zeigen, waren Präses und Burschen nicht immer der gleichen Meinung. Das war vor allem beim Theaterspielen der Fall, das über viele Jahre zu den großen Aktivitäten
des Vereins zählte. Zeitweise war die Begeisterung dafür so groß, dass man sogar mehrmals im Jahr an die Öffentlichkeit trat. Meist wurde ein ernstes Stück in mehreren Aufzügen und dazu ein lustiger Einakter gespielt. In den ganz frühen Jahren durften dabei keine weiblichen Personen teilnehmen, bis sich die Burschen endlich gegen den Präses durchsetzten und auch Frauen und Mädchen mitmachen konnten.

Die zahlreichen Theateraufführungen brachten reichlich Geld in die Vereinskasse und so wurde der Wusch nach einer eigenen „Blechmusik“ immer größer. 1925 konnten die nötigen Instrumente gekauft werden, aber dabei blieb es auch. Aus der Blaskapelle wurde nichts und die Instrumente mussten mit großen Verlusten wieder verkauft werden. Da im selben Jahr für eine Theateraufführung eigens sündteure Kostüme in Basel gekauft wurden, entstand ein riesiges Loch in der Kasse und der Verein hatte eine ernste Krise zu überstehen.

1931 konnte der Verein sein 25-jähriges Gründungsfest begehen. Der Chronist vermerkte dazu:

„Auf 25 Jahre segensreiche Tätigkeit kann der Verein zurückblicken; mögen die kommenden 25 Jahre noch segensreichere 25 werden. Und sie werden es, wenn alle Glieder des Vereins einig und treu mitarbeiten.“

Leider sind die Wünsche des Verfassers nicht in Erfüllung gegangen. Er konnte nicht ahnen, dass der Verein und die ganze Welt vor einer beginnenden Katastrophe standen. Die NS-Herrschaft und der 2. Weltkrieg brachten das Vereinsleben zum Erliegen.

Herrn Pfarrer Gebhard ist es zu verdanken, dass der Verein im Jahre 1949 wieder gegründet wurde und somit seine Tradition fortsetzen konnte.

Quelle: http://hagelstadt.de/Startseite/Geschichte/Heimat24.pdf